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May the best team win – Teil 3

Die Fußball-WM ist Geschichte, Frankreich hat – als beste Mannschaft der Welt – den Pokal in Empfang genommen. Die beste Mannschaft? Auf jeden Fall die Mannschaft, welche die Regeln der Teamkunst am besten beherrscht. In dieser Hinsicht bot die WM wieder jede Menge Inspiration für Teams in der Arbeitswelt. Welche Lehren können deutsche, niederländische und interkulturelle Teams aus dieser WM ziehen. Dabei stellt sich insbesondere die Frage: Wie wird aus einem (interkulturellen) Team ein Hochleistungsteam?

Im ersten Teil des Blogs bin ich auf die Themen Vertrauen, Teamkultur und Flexibilität eingegangen, während ich im zweiten Teil die unterschiedlichen Teamphasen und die Bedeutung klarer Zielsetzungen hervorgehoben habe. In diesem dritten und letzten Teil widme ich mich der Identifikation mit dem Team, dem Leistungsniveau und dem Umgang mit Rückschlägen.

Identifikation mit dem Team

Oft wird unterschätzt, wie wichtig die Identifikation mit dem Team und den Teamzielen ist. Die Affäre um das Foto einiger deutsch-türkischer Fußballspieler mit dem türkischen Präsidenten spricht für sich. Zweifel an der Loyalität und der Identifikation dieser Spieler mit der deutschen Mannschaft haben die Einheit des Teams erheblich gefährdet.

Für Projektteams gilt das gleiche wie für Fußball-Mannschaften: Ohne Wir-Gefühl kein Team. Gemeinsame Rituale unterstützen den Teamgeist. Es muss nicht unbedingt ein T-Shirt mit dem Namen des Teams sein, zusammen Kaffee trinken oder essen gehen, kann auch wahre Wunder bewirken.

Virtuelle Teams, was deutsch-niederländische Teams normalerweise sind, brauchen andere Instrumente zur Förderung des Wir-Gefühls. Ein zusammen gewähltes Logo oder ein gemeinsamer Slogan können das virtuelle Teamgefühl erheblich steigern. Gerade für Teams, die sich selten persönlich treffen, ist das Wissen um das gemeinsame, übergeordnete Teamziel essentiell für die Identifikation mit dem Team.

Dies möchte ich anhand des Beispiels einer deutsch-niederländischen Arbeitsgruppe verdeutlichen, die mit der Einführung einer grenzüberschreitenden Buslinie beauftragt wird. Es dürfte klar sein: Die Mitarbeiter der Rechtsabteilung beider Länder haben in erster Linie ein anderes Ziel vor Augen (Gesetzgebung aufeinander abstimmen) als die Marketingspezialisten (die tollste Werbekampagne planen) oder die Controller (endlich innerhalb des Budgets bleiben). Wichtig ist es, all diese unterschiedlichen “eigenen” Ziele innerhalb des Teams zu besprechen und einen gemeinsamen Nenner zu finden. Das eine gemeinsame, sinnstiftende Ziel, mit dem sich alle Teammitglieder identifizieren können: Den Einwohnern der Grenzregion das Leben erleichtern.

Gleiche Leistung für alle

Eine Binsenweisheit, die oft vergessen wird: Ein Teammitglied von Weltklasse schafft es nicht alleine. Während der WM war dies bei den Mannschaften am deutlichsten sichtbar, die um einen Starspieler herum aufgebaut waren, wie die argentinische Mannschaft um Lionel Messi, die portugiesische um Christiano Ronaldo oder die ägyptische um Mohamed Salah. Spätestens im Viertelfinale mussten diese angeblichen Spitzenteams ihre Koffer packen. Will ein Team eine Hochleistung erbringen, müssen alle Teammitglieder auf einem vergleichbar hohen Niveau agieren. Auch in dieser Hinsicht muss ein Team eine Einheit sein.

Umgang mit Rückschlägen

Teamspirit, auch wenn es nicht (auf Anhieb) klappt. Die Kroaten waren ein Musterbeispiel dafür, dass Beharrlichkeit zum Ziel führt. Regelmäßig haben sie einen Rückstand in einen Sieg umgewandelt. Auch Projektteams kämpfen schon einmal mit Gegenwind, mit Sachen, die in erster Linie nicht gelingen oder länger dauern als geplant. Gerade in solchen Situationen sind Teamgeist und gegenseitiges Vertrauen für den Projekterfolg und das Zusammenschweißen des Teams ausschlaggebend.

Ein bekanntes Phänomen in deutsch-niederländischen Teams: Niederländer möchten bei auftauchenden Problemen schnell zur Lösungsfindung übergehen, während Deutsche vorher eine ausführliche Problemanalyse durchführen wollen. Solange das Team noch gut in der Zeit liegt, kann die Problemanalyse ein wichtiges Instrument zur Vorbeugung weiterer Probleme sein. Drängt die Zeit, dann sollte die Lösungsfindung jedoch Priorität haben. Beide Ansätze sind gut und wertvoll – wichtig ist der richtige Ansatz zum richtigen Zeitpunkt.

Ein Blog über Teams und Sport ist ohne eine Rückschau natürlich nicht möglich 😉 Fußball spielen kann jede Mannschaft, die während einer WM antritt. Die richtige Einstellung, eine vertrauensvolle Teamkultur und ein gemeinsames Ziel (und natürlich ein wenig Glück) bestimmen, wer nach dem letzten Pfiff als Sieger vom Platz geht. Und ob ein Projektteam ein durchschnittliches Team oder ein Hochleistungsteam ist.

Autor:

Interkulturelle Trainerin, Beraterin und Change-Managerin. Bringt interkulturelle Kommunikation in Einklang. Denn Kommunikation verbindet.

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